Nach Blackout – 400 Beamte müssen Berlins Stromkabel schützen
„Polizisten stinksauer“ – Berlin – Der Strom ist längst wieder da – aber die Polizei steht weiter Wache! Nach dem schweren Brandanschlag dem Blackout, der den Südwesten von Berlin tagelang lahmlegte, dauert der Großeinsatz an. Die Mission für 400 Beamte: Stromkästen, Kabelschächte und Leitungen bewachen.
Laut Tagesspiegel, der zuerst über den Großeinsatz berichtete, sind aktuell vier Hundertschaften im Einsatz. Drei Hundertschaften patrouillieren im Berliner Südwesten, eine weitere ist zum Schutz von Strommasten und Kabelbrücken abgestellt. Ziel: Weitere Anschläge und einen erneuten Stromausfall verhindern.
Streifendienst an Stromkästen
In Steglitz-Zehlendorf, wo der letzte Anschlag die Versorgung gekappt hatte, zeigen sich die Folgen der politischen Reaktion deutlich: Dauerpatrouillen der Polizei an Stromkästen und Kabelbrücken. Laut Tagesspiegel ist der Einsatz auf unbestimmte Zeit angesetzt, teilweise sogar in Zivil.
Scharfe Kritik aus den Polizeigewerkschaften
„Dass unsere Kollegen jetzt völlig sinnfreien Raumschutz und Objektschutz an Kabelschächten schieben müssen, ist eine Frechheit“, sagt GdP-Landeschef Stephan Weh. „Es gibt private Sicherheitsdienste, um die sich die verantwortlichen Firmen kümmern könnten.“
Weh wirft der Politik vor, beim Schutz der Infrastruktur jahrelang geschlafen zu haben. Nach dem Strom-Anschlag in Berlin-Adlershof im September 2025 sei „nicht angefangen worden, neuralgische Punkte der Stromversorgung mit Video- und Sensortechnik auszustatten“.
Bodo Pfalzgraf: „politisch motivierte Hyperaktivität“
Auch die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) schlägt Alarm. Landeschef Bodo Pfalzgraf spricht von einem Kontrollverlust: „Man frage sich, mit welcher Reserve dann noch Großlagen in Berlin bewältigt werden sollen.“ Und weiter: „Meine Kolleginnen und Kollegen sind zu Recht völlig fassungslos über derart überzogene und sinnfreie politisch motivierte Hyperaktivität.“
GdP-Chef Weh macht klar: „Angesichts der anderen Aufgaben in dieser Stadt reicht es langsam aber sicher damit, dass unsere Kollegen die politische Untätigkeit beim Schutz kritischer Infrastruktur ausbaden müssen.“
passiert am 10.01.2026
