Angriff auf KI-Überwachungstechnologie
In den frühen Stunden des 28. April besuchten wir den REWE Supermarkt an der Ecke Schönhauser Allee/Milastr. in Berlin und zerstörten mit Hammer und Steinen die Scheiben.
Es ist nicht irgendein Supermarkt, sondern eines der Testlabore des Lebensmittelhändlers REWE, wenn es um die Einführung neuer Kassentechnologien geht. Vor der Tür steht ein Schild mit einer ungewöhnlichen Info: Dieser Markt nutze keine Gesichtserkennung. Im ersten Moment ist nicht klar, warum dieses Schild dort auf der Straße steht, immerhin sollte das bei den meisten Supermärkten der Fall sein. Doch wer in diesem Supermarkt einkaufen geht, wird die Bedeutung des Schildes schnell erkennen.
Geht eine Person in den Supermarkt und legt Dinge in den Korb – oder trägt sie in der Hand – dann wird ihr später am Kassenterminal direkt die Liste der eingekauften Waren und der zu zahlende Preis angezeigt. Hierzu muss sich die einkaufende Person in einen markierten Bereich an der Kasse stellen, in der sie dann wiedererkannt wird. Das System ist so aufgebaut, dass es einzelne Kund:innen voneinander unterscheiden kann und sie während ihres gesamten Einkaufs verfolgt. Bezahlt wird durch direkte Abbuchung vom Konto, möglich durch die Verbindung der App vom Phone, den biometrischen Daten und den Kontodaten.
Grundsätzlich werden in solchen Supermärkten alle Kund:innen von den Überwachungssystemen erfasst, verfolgt und gespeichert – auch wenn sie ganz herkömmlich einkaufen und am Kassenband bezahlen.
Jegliche Bewegung jeder Person und der Waren in dem Laden wird mit Hilfe hunderter Kameras an den Decken und von Gewichtssensoren verfolgt, die an den Regalen installiert sind. REWE’s Datenschutzerklärung besagt, dass die Videodaten genutzt werden um die „schematische Darstellung deines Knochenbaus, in Ausnahmefällen Farbe deiner Kleidung oder auffällige Accessoires inkl. Zeitstempel und deines Einkaufswegs durch den Markt“ zu generieren. Diese Daten werden verarbeitet von Trigo Vision Ltd., einer Firma die auch mit anderen Supermärkten wie Auchan und Aldi arbeitet und in die REWE investiert hat. Trigo stellt REWE ein KI-gesteuertes System zur Verfügung, mit der jede Person dargestellt werden kann um sie in den Überwachungsdaten zu erkennen. Sie erklären, die Daten der Videoüberwachung nur 10 Tage zu speichern, aber „Daten zu Optimierungszwecken“ würden zudem bis zum Vertragsende mit dem Dienstleister gespeichert.
Die Anwendung dieser Technologie zur Kund:innenüberwachung in Supermärkten ist neu, aber Geschäfte wie REWE sind nicht die ersten Testgebiete für die Technologie, welche Basis von Trigo’s KI-gesteuertem System zur Verfolgung multipler Ziele in komplexer, schwieriger städtischer Umgebung sind. Trigo’s Gründer stammen direkt von Einheiten des Militärgeheimdienstes der IDF, die KI-Technologien entwickeln und damit prahlen, dass die meisten ihrer Ingenieure von „Elite Einheiten des Militärs“ ausgewählt wurden. Trigo ist eines von vielen Unternehmen, deren technische Expertise von IDF Einheiten kommt, die Technologien zur Überwachung, Zielidentifizierung und Verfolgung im besetzten Palästina entwickeln. Und es ist leicht vorstellbar, dass Daten zu „Optimierungszwecken“ zur Weiterentwicklung genutzt werden und am Ende bei der IDF oder anderen militärisch/repressiven Behörden landen.
Teil der langfristigen Planung von IDF Stabchef Aviv Kohavi ist die digitale Transformation zu einer fortgeschrittenen, vernetzten, multidimensionalen Kriegsmaschine, um Israels Vorsprung vor seinen Kontrahenten zu sichern. Und dem Militär ist bewusst, dass es alle Ressourcen dafür benötigt, inklusive des zivilen Markts.
In den letzten Jahren fand eine Expansion der Bestrebungen statt, KI zu nutzen um Daten aus Videoüberwachung in Prozessen gegen Antifas zu nutzen, sei es im Prozess gegen Maya, Hanna oder Antifa Ost Verfahren. Dabei spielt sowohl Gesichtserkennung als auch angebliche Skelettidentifikation eine Rolle.
In Berlin wurde angekündigt ab April mit KI-Kameras den Alexanderplatz, Kottbusser Tor und Görlitzer Park zu überwachen, sogenannte kbO – kriminalitätsbelastete Orte. Hier wird durch vermehrte Kontrollen ein Bild steigender Straftaten konstruiert. Bald sollen nach dem Willen des Senats die Rigaer Straße und Herrmanplatz folgen. Die Technik soll in Echtzeit verdächtiges Verhalten erkennen und der Polizei schnelles Eingreifen ermöglichen.
Diese Technologie dringt immer weiter in unser Leben ein. Verkauft als Bequemlichkeit, korrumpiert sie unser Verhalten und trainiert kommerzielle Programme genauso wie Tötungsentscheidungen von militärischer KI. Ihr Vordringen hängt vom Erfolg der Pilotprojekte ab. Sie müssen jetzt bekämpft werden; Anbieter und Profiteure haben Namen und Adressen. Jeder REWE kann eingeworfen werden bis sie ihr Projekt in Prenzlauer Berg einstellen.
Unsere Aktion ist Ausdruck der Solidarität mit den Gefangenen im Ambelokipi-Verfahren, deren Verfahren kürzlich endete. Freiheit für Marianna (19 Jahre) und Dimitra (8 Jahre). Ihr seid mit uns wenn wir die Knastgesellschaft angreifen.
Freiheit für Maja und Hanna sowie die anderen Gefangenen der Antifa-Prozesse.
Kyriakos, Sara and Sandro – always present in the streets of broken glass.
passiert am 28.04.2026