Über die Welle an Hausdurchsuchungen in Berlin und darüber hinaus

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Am Dienstag den 24.3.26 haben gleichzeitig an mehreren Orten in Berlin, Hamburg, Düsseldorf und in Kyritz (Brandenburg) Hausdurchsuchungen stattgefunden. Zwischen 5.45 und 6 Uhr brachen Bullen in mehrere Wohnungen, wie auch in die anarchistische Bibliothek Kalabal!k in Kreuzberg, den Infoladen Scherer8 in Wedding und den „L5“ Späti in Neukölln ein. Die Bullen dursuchten auch Autos und Fahrräder.

In den Durchsuchungsgbeschlüssen wird die Gründung einer kriminellen Organisation vorgeworfen, die mindesten 4 Mitglieder haben und seit Anfang 2025 bestehen soll. Ziel der Vereinigung sei die Begehung „verfassungsfeindlicher Sabotage“ gewesen, konkret die Brandstiftung an einem Strommast am 9.9.25, was zu einem Stromausfall im Technologiepark Adlershof führte. Die Duchsuchungsbeschlüsse sind auf verschiedene Tage datiert, von Ende letzten Jahres bis hin zu letzter Woche. Durchsucht wurde bei den vier Beschuldigten, einigen Familienangehörigen und „Zeugen“. Warum diese vier Personen beschuldigt werden und was die Verbindung zwischen Ihnen sein soll, ist aus den Beschlüssen nicht ersichtlich.

Das Vorgehen war von mutwilliger Zerstörung geprägt. Eingangstüren, Schlösser und Fenster wurden zerstört. Die Bullen nahmen Kleidung, elektronische Geräte und Router mit, sowie alles Handgeschriebene, Broschüren und Bücher. Besonders interessiert waren sie an Veröffentlichungen mit den Themen: Öko, anti-tech, Antimilitarismus und Internationalismus. In fast allen Durchsuchungen kamen Datenträgerspürhunde zum Einsatz.

Außergewöhnlich für den berliner Kontext war, dass die Bullen Mobiltelephone, Computer und Festplatten von Familienangehörigen mittnahmen.

Nach den Durchsuchungen wurden die beschuldigten Personen auf die Gefangenensammelstelle gebracht, wo sie einer ED Behandlung unterzogen wurden und ihnen DNA Proben abgenommen wurden. Eine der Personen wurde von den Cops dabei gewürgt und brutal zusammengeschlagen, weil diese sich weigerte Fingerabdrücke abzugeben. Dann gab es eine Gegenüberstellung mit einem Spürhund in einer sehr dubiosen Verfahrenweise.

Seit 6 Uhr morgens waren auch Presseteams an vielen der durchsuchten Orten, um ihre großen Stories und eindrücklichen Fotos zu fabrizieren. Auch die faschistische Webseite „Nius“ wurde von der Polizei im Voraus benachrichtigt und filmte den Einbruch der Bullen ins Kalabal!k.

Journalist:innen veröffentlichten auch verschiedene Falschnachrichten und schrieben sie gegenseitig ab, so wurde behaubtet das Manuel, ein Anarchist aus München, der letztes Jahr für 7 Monate eingesperrt war, sei unter den Beschuldigten. Das ist Bullshit und zeigt wiedermal, wie wichtig es ist, dass wir es vermeiden Lügen und Gossip aus den Medien zu verbreiten.

Was gestern passierte macht klar, dass die Cops durch die Durchsuchung von möglichst vielen Orten, Druck aufbauen, soziale Beziehungen durchleuchten und Daten sammeln will. Der Chef der Polizei-„Gewerkschaft“ GdP hat dann auch in seinen Kommentaren an die Ursrpünge der heutigen deutschen Polizei angeknüpf, als er Goebbels paraphrasiered sagte: „Linksextreminsmus ist ein demokratiegefährdendes Krebsgeschwür, dass sich durch die Gesellschaft frisst (…)“.

Die Durchsuchungen waren ein harter Schlag für die Betroffenen und ihre Umfelder, aber dank der riesigen Solidarität die von so vielen geübt wurde, bleiben unsere Ideen unerschüttlich.

Solidarität zu üben, heißt den Kampf weiterzuführen!

Und wie immer gilt Anna und Arthur halten’s Maul

Long live Anarchy!

 

Mehr zu den Ereignissen in der Scherer8 hier:

Statement zur Durchsuchung im Infoladen und im Hausprojekt Scherer 8, 24.03.2026

 


 

About the wave of raids on 24.3 in Berlin and beyond

Tuesday, March 24th several raids took place simultaneously in Berlin, Hamburg, Düsseldorf and Kyritz (Brandenburg). Between 5.45 a.m. and 6 a.m. cops entered many private flats as well as the Anarchist Library Kalabl!k in Berlin-Kreuzberg, Infoladen Scherer8 in Berlin-Wedding and the Späti L5 in Berlin-Neukölln. Cops also searched cars and bikes.

The warrants allege that a criminal organisation of at least four people formed in 2025, to supposedly commit unconstitutional sabotage (verfassungsfeindliche Sabotage), i.e. the arson of a pylon at 9.9.25 which led to an energy-blackout in the technology-park in Adlershof.  The warrants were issued on a range of dates, from end of last year to one week ago. The raids were done to four accused, some of their family members and to „witnesses“ (Zeugen), in Hamburg and Düsseldorf family members where raided. The warrants neither explain why these four people are accused nor what their alleged connection is.

Exaggerated destruction was a standard procedure, breaking front doors, locks, windows. The cops took clothes, electronical devices and routers, as well as anything handwritten and publications. They were looking specifically for eco, anti-tech, antimilitarist and internationalist materials. In most of the cases dogs for detecting hard drives were used (Datenträgerspürhund).

Something remarkable in the Berlin context is that the cops took phones, computers and harddrives of family members.

After the raids were finished, the accused were abducted to the policestation („GESA“), they were submitted to an „ED Behandlung“ (pictures, fingerprints, etc.), furthermore DNA was taken. Then all of them were confronted with a mantrailing dog, in a very shady procedure. Also one of the accused got severly beaten and choked in GESA after refusing to give fingerprints.

From 6 o’clock on media teams were present in many of the places where raids happened so they could make big news-stories and impressive photos (also the fascist newspage Nius was informed before by the cops and filmed how the cops broke in the anarchist library Kalabal!k). Journalists also published stupid fake news and copied it from each other, e.g. stating that the anarchist Manuel who was incarcarated last year in Munich for 7 month is also one of the accused people (which is bullshit). That’s is why is important to carefully avoid spreading media lies or other gossip.

What happened yesterday makes clear, that in raiding as many places as possible the cops want to create pressure, exploring social relationships and collect data. Commenting on the proceedings, the head of the cop „union“ GdP, went back to the very origins of todays german policing, paraphrazing Goebbels when he called the radical left a „cancer nurturing on german society“ („linksextreminsmus ist ein demokratiegefährdendes Krebsgeschwür, dass sich durch die Gesellschaft frisst (…)“).

The raids were a tough blow to the affected people and their surroundings, but thanks to the incredible solidarity displayed by so many, our ideas remain well in place.

We are convinced that to show solidarity means to continue the struggle!

And as always, Anna and Arthur keep their mouths shut.

Long live Anarchy!

 

More about the Events in Scherer8:

Statement zur Durchsuchung im Infoladen und im Hausprojekt Scherer 8, 24.03.2026

 

passiert am 24.03.2026