Manifest 2.0 der Cables of Resistance
Mehrere Hundert Teilnehmende der Bewegungskonferenz gegen Big Tech Cables of Resistance (April 2026) haben in einem kollektiven Diskussions- und Schreibprozess auf der Konferenz das Manifest 1.0 des Konferenz-Organisationsteams überarbeitet. Hier ist das Ergebnis: Das Manifest 2.0 kann uns als Grundlage einer Bewegung gegen Big Tech dienen.
– – – – english version below – – – –
Manifest 2.0Retour ligne automatique
Cables of ResistanceRetour ligne automatique
Bewegung gegen Big Tech
Big Tech zerstört unsere Gesellschaft und den Planeten.Retour ligne automatique
Lasst uns gemeinsam Widerstand leisten und Kämpfe verbinden! Retour ligne automatique
Wir treten ein gegen KI und Kapitalismus, für Gerechtigkeit Retour ligne automatique
und demokratische Gestaltung.
Digitale Technologien sind die derzeitige Speerspitze der kapitalistischen Akkumulation und Zerstörung. In ihrer aktuellen Form stellen sie einen technologischen Angriff dar auf unsere ökologischen, materiellen und sozialen Lebensgrundlagen.
Big-Tech-Unternehmen vertiefen bestehende Krisen und Ungerechtigkeiten: Sie tragen massiv zu Umweltzerstörung und Klimakrise bei, machen Arbeit und Wohnungsmärkte noch prekärer, vereinzeln und isolieren die Menschen, die ihre Dienste nutzen, sie verstärken globale Ungleichheit, befeuern Faschismus weltweit und erleichtern systematisches Morden in Kriegen und Konflikten.
Big Tech hinterlässt eine breite Spur der Verwüstung und Ausbeutung: Die Unternehmen verschwenden Energie und Wasser, betreiben neokolonialen Raubbau seltener Erden und Metalle und entsorgen ihren giftigen Elektroschrott außerhalb der kapitalistischen Zentren. Dafür nutzen sie tief verankerte koloniale Infrastrukturmacht. Big Tech unterstützt die autoritäre Abschottung vor Menschen, die vor technologisch verstärkten Konflikten und Umweltzerstörung fliehen. Sie treiben eine Automatisierung voran, die Arbeitende im Globalen Süden in immer intensivere Ausbeutung zwingt und zugleich Arbeit im Globalen Norden entwertet und verdichtet.
„Künstliche Intelligenz“ als Big-Tech-Großprojekt ist der Brandbeschleuniger für die sozialen, geopolitischen und ökologischen Krisen dieser Welt. Als „KI“ vermarktet Big Tech das Versprechen, Menschen zu Zuarbeitenden einer übermenschlichen Superintelligenz zu machen. „KI“ in Form großer Bild- und Sprachmodelle benötigt riesige Rechenzentren. Entlang ihrer Lieferketten werden ganze Regionen der „KI“ geopfert und für jegliches Leben vergiftet, rund um Minen, fossile Kraftwerke und Chipfabriken. Nicht nur in der Entwicklung, auch in der Anwendung greift „KI“ geschwächte soziale Strukturen an: „KI“-Modelle sind dazu gemacht, menschliche Kommunikation vorzutäuschen und soziales Miteinander zu verdrängen, sei es in der Schule, in der Lohnarbeit oder im Privaten. Durch Vereinzelung und Entfremdung erhöhen „KI“-Unternehmen den gefühlten und tatsächlichen Zwang, ihre Produkte zu verwenden, um im so geschaffenen Wettbewerb aller gegen alle nicht abgehängt zu werden.
„KI“-Modelle verstärken weiße, cis-männliche Machtverhältnisse und verringern gesellschaftliche Vielfalt, indem sie die statistischen Muster der vermeintlichen Mehrheit überhöhen und unterrepräsentierte Inhalte und Perspektiven noch weniger sichtbar machen. Das ist kein Fehler einer falschen Anwendung von „KI“, sondern ihr Funktionsprinzip. Eine auf Gerechtigkeit ausgerichtete, demokratische „KI“ ist eine Illusion, denn „KI“ lässt sich nicht gemeinwohlorientiert „umprogrammieren“. „KI“ ist ein ideologisches Projekt: Sie soll die transhumanistische Überwindung für einen Teil der Menschheit hin zu einer vermeintlich überlegenen Spezies ermöglichen. Das ist direkt verwandt mit der Eugenik, die ebenfalls Menschen in wertvoll und unwürdig sortiert. Im Sinne dieses Projekts nutzt Big Tech „KI“ aktuell als Umverteilungsmaschine, indem sie der Gesellschaft Austerität und Entbehrung aufzwingt und eine Blase wachsen lässt, die nicht die individuellen Gewinne von Big Tech bedroht, sondern absehbare Verluste auf die Gesellschaft abwälzt. Konkret bedeutet das schon jetzt: Aktiengewinne, gekühlte Rechenzentren und Raumfahrt für die einen, Sozialkahlschlag, rationiertes Wasser und bewaffnet abgesicherte Grenzen für alle anderen.
Wir organisieren und widersetzen uns! Retour ligne automatique
Um eine breite und wirkmächtige Bewegung aufzubauen, bündeln wir die vielen Themenstränge zu einem sichtbaren und spürbaren Widerstand gegen Big Tech. Wir vernetzen uns und stellen uns gemeinsam der Zerstörung entgegen.
• Immer mehr von uns werden zu Tech Workers gemacht – von denen, die in der Mine und im Warenlager physisch verschlissen werden, bis zu denen, die verstörende Trainingsdaten sortieren und Software-Anwendungen programmieren. Wir alle werden dazu genötigt, unsere Arbeit für eine Automatisierung digital zu protokollieren. Wir müssen uns mit einer Vielzahl an Strategien solidarisch dagegen zusammenschließen, von der klassischen gewerkschaftlichen Organisierung und Streiks, über Whistleblowing, das Hacken von Softwaresystemen und Apps bis hin zu deren Außerbetriebnahme. Retour ligne automatique
• Immer mehr von uns werden zu expliziten Zielen des technologischen Angriffs gemacht: Rassifizierte Menschen sind in der Schusslinie einer technischen Aufrüstung sowohl der Abschiebe- und Abschottungspolitik als auch von Kriegen, zum Beispiel in Gaza. Der unverhohlene Techfaschismus dient einer neurechten Bewegung als Zugpferd und verschärft die Hetze gegen jede Form von Andersartigkeit. Eine mittlerweile in gesellschaftlicher Breite mitgetragene Faschisierung müssen wir bekämpfen. Unsere technologiekritische Bewegung gegen Big Tech ist daher notwendigerweise Teil einer gemeinsamen antifaschistischen und queerfeministischen Gegenbewegung. Retour ligne automatique
• Unser Wohnen konkurriert unmittelbar mit dem gigantischen Strom- und Wasserbedarf der Rechenzentren. Massive Investitionen fließen in als „AI Factories“ geförderte Rechenzentren und begegnen ersten deutlichen Protesten. Wir müssen diese lokalen Proteste in eine über Regionen hinweg solidarische Bewegung ausweiten, die unsere Kämpfe gegen atomare und fossile Energien, für klimagerechte Wassernutzung und für demokratisch verwaltete Infrastrukturen verbinden.
Der Staat steht in diesen Auseinandersetzungen nicht auf unserer Seite. Seine geopolitischen Interessen sind zwar oft nicht deckungsgleich mit denen von Big Tech, doch er ist der größte Kunde der Tech-Konzerne und nutzt ihre Software zur Überwachung, um abweichendes Verhalten vorherzusagen, einzuhegen oder klassisch zu kriminalisieren.
Wir wollen Big Tech hacken, vergesellschaften und umbauen:Retour ligne automatique
Lasst uns Big Tech enteignen, dezentralisieren und eine radikaldemokratische Kontrolle über digitale Infrastrukturen etablieren. Wir bauen sie um in Plattformen und Netzwerke, die von oben nach unten umverteilen statt andersherum, die ein weltweit solidarisches Miteinander vereinfachen statt verunmöglichen und die Ökosysteme schützen statt zerstören. Doch das ist nicht für alle digitalen Technologien möglich.
• Immoscout24 vergesellschaften: https://redscout24.de/Retour ligne automatique
• Reverse Engineering: https://reversing.works/
Wir wollen Big Tech verweigern, zerschlagen und herunterfahren:Retour ligne automatique
Lasst uns die Schwachpunkte finden, uns verbünden und die Expansion von Big Tech stoppen. Wir halten Gegenwehr für dringend nötig, um zerstörerische Soft- und Hardware unschädlich zu machen und den technokratisch-autoritären Umbau von Gesellschaften zurückzudrängen. Manche digitale Technologien müssen wir abschaffen, wenn es uns ernst ist mit dem guten Leben für alle. Sie stehen in einem unlösbaren Widerspruch zu dem, was wir wollen: eine radikaldemokratische, sozial- und klimagerechte Gesellschaft.
• KI-Kurzschließen-Camp von Aufstände der Allmende https://aufstaendederallmende.org/index.php/camp/Retour ligne automatique
• Leitfaden zum Organisieren gegen Rechenzentren: https://algorithmwatch.org/de/rechenzentren-ein-leitfaden/Retour ligne automatique
• Stand Rechenzentren weltweit: https://trackpolicy.org/Retour ligne automatique
• Bau zweier Rechenzentren im Raum Frankfurt verhindert: https://archive.ph/82JfTRetour ligne automatique
• Erste Widerstände gegen neue Chipfabriken in Dresden: https://iz-dresden.org/category/initiative-oekologie/Retour ligne automatique
• Überblick über Methoden des Widerstands gegen „KI“: https://conference2023.eaamo.org/papers/EAAMO23_paper_154.pdfRetour ligne automatique
• Bürgerinitiative Bärenstein gegen Lithiumabbau: https://baerenstein.org/Retour ligne automatique
• Fachtagung zur Begrenzung von Bergbau, 4.-6.9.2026: https://grueneliga.de/index.php/de/themen-projekte/lithium/1609-wieviel-bergbau-ertraegt-die-erde
From Cables to Nodes of ResistanceRetour ligne automatique
Mit einer an die Konferenz anknüpfenden Diskussionsreihe möchten wir dazu beitragen, eine möglichst breite soziale Bewegung gegen Big Tech aufzubauen. Wir planen ab September monatlich eine größere Veranstaltung jeweils zu: Technologie ohne Extraktivismus, fundamentaler KI-Verweigerung, Widerstand gegen Rechnzentren, strategisch sinnvollen Widerstandsmöglichkeiten, technologischem Autoritarismus sowie KI-verstärkter Militarisierung. Die an den jeweiligen Vortrag anschließende Diskussion soll Raum bieten, um mit eingeladenen Gruppen in Kontakt zu kommen, die bereits Widerstand leisten bzw. an einer Zukunft ohne Big Tech arbeiten.
https://www.noderesist.de/
Manifest als pdf (zum Ausdrucken als A5-Booklet)Retour ligne automatique
Manifesto2.0 (DE): https://drive.proton.me/urls/50JZASSCQM#B9AbTvAv3wglRetour ligne automatique
Manifesto2.0 (EN): https://drive.proton.me/urls/N1BREF8ZKG#CcY9wcGTJLGb
– – – – – EN – – – – –
Manifesto 2.0Retour ligne automatique
Cables of ResistanceRetour ligne automatique
Movement Against Big Tech
Big Tech destroys our society and the planet.Retour ligne automatique
Let’s resist together and combine our struggles!Retour ligne automatique
We stand against AI and capitalism, for justice Retour ligne automatique
and democratic governance.
Currently, digital technologies spearhead capitalist accumulation and destruction. In their current form, they represent a technological assault on our ecological, material and social foundations of life.
Big Tech companies reinforce existing crises and injustices: They contribute significantly to environmental destruction and the climate crisis, they make labour and housing markets even more precarious, they isolate and alienate people who use their services, they exacerbate global inequalities, they fuel fascism worldwide and facilitate systematic murder in wars and conflicts.
Big Tech companies leave a long trail of destruction and exploitation in their wake: They waste energy and water, engage in neocolonial extractivism of rare earths and metals and dump their toxic electronic waste outside of imperial cores. To do so, they leverage deeply entrenched colonial infrastructural power. Big Tech supports the authoritarian isolation from those fleeing technologically amplified conflicts and environmental destitution. They drive automatisation that forces workers in the Majority World into ever more intense exploitation while devaluing and condensing labour in the Minority World.
‘Artifical Intelligence’ as a major Big Tech project is the catalyst for the world’s social, geopolitical and ecological crises. Under the banner of ‘AI’, Big Tech markets the promise of turning people into assistants to a superhuman superintelligence. ‘AI’ in the form of large image and language models requires massive data centres. Along their supply chains, entire regions are sacrificed to ‘AI’ and poisoned for all forms of life, around mines, fossil-fuel power plants and chip factories. Not only in its development, but also in its application, ‘AI’ undermines weakened societal structures: ‘AI’ models are designed to mimic human communication and supplant social interaction, whether at school, in paid employment or in private life. Through isolation and alienation, ‘AI’ companies increase the perceived and actual pressure to use their products, so as not to be left behind in the resulting competition of ‘all against all’.
‘AI’ models reinforce white, cis-male power structures and narrow the spectrum of society by exaggerating the statistical patterns of the supposed majority and making under-represented content and perspectives even less visible. This is not a flaw resulting from the the wrong use of ‘AI’, but its very operating principle. An ‘AI’ system geared towards justice and democracy is an illusion, for ‘AI’ cannot be “reprogrammed” for the public interest. ‘AI’ is an ideological project: it is intended to facilitate the transhumanist transformation of a section of humanity into a supposedly superior species. This is directly linked to eugenics, which also sorts people into valuable and unworthy. In line with this project, Big Tech is currently using ‘AI’ as a redistribution machine, imposing austerity and deprivation on society while allowing a bubble to grow that does not threaten Big Tech’s individual profits but instead shifts foreseeable losses onto society. This already means: share profits, cooled data centres and space travel for some; massive social cuts, rationed water and heavily guarded borders for everyone else.
We organise and resist!Retour ligne automatique
To build a broad and powerful movement, we bring together these numerous issues into a visible and tangible resistance against Big Tech. We connect with each other and stand together against the destruction.
• More and more of us are being turned into tech workers – from those who are physically worn down in mines and warehouses to those who sort disturbing training data and programme software applications. We are all being forced to digitally log our work for the sake of automation. We must unite in solidarity against this using a variety of strategies, ranging from traditional trade union organising and strikes to whistleblowing, hacking software systems and apps as well as taking them offline.Retour ligne automatique
• More and more of us are being made into explicit targets of the technological assault: racialised people are in the firing line of a technological armament fuelling deportation and isolationist policies as well as wars, for example in Gaza. Blatant tech-fascism serves as a driving force for a new right-wing movement and intensifies the incitement of hatred against any form of otherness. We must combat this fascistisation, which is now widely supported across society. Our tech-critical movement against Big Tech is therefore necessarily part of a joint anti-fascist and queer-feminist counter-movement.Retour ligne automatique
• Our housing needs are in direct competition with the enormous electricity and water demands of data centres. Massive investments are flowing into data centres promoted as ‘AI factories’ and are already facing the first significant protests. We must expand these local protests into a movement of solidarity across regions, linking our struggles against nuclear and fossil energy, for climate-just water use and for democratically managed infrastructure.
The state is not on our side in these conflicts. While its geopolitical interests often do not coincide with those of Big Tech, it is their largest customer and uses their surveillance software to predict deviant behaviour, to contain it or to criminalise it as usual.
We want to hack, socialise and transform Big Tech:Retour ligne automatique
Let’s expropriate and decentralise Big Tech as well as establish radically democratic control over digital infrastructures. We transform them into platforms and networks that redistribute wealth from top to bottom instead of the other way around, that facilitate global solidarity instead of making it impossible and that protect ecosystems instead of destroying them. But this is not possible for all digital technologies.
• Socialising Immoscout24: https://redscout24.de/Retour ligne automatique
• Reverse engineering: https://reversing.works/
We want to refuse, dismantle and shut down Big Tech:Retour ligne automatique
Let’s find the vulnerabilities, join forces and stop the expansion of Big Tech. We consider resistance urgent and necessary in order to render destructive software and hardware harmless and to push back against the technocratic-authoritarian restructuring of our societies. We must abolish some digital technologies if we are serious about a good life for all. They irreconcilably contradict we want: radically democratic, socially and environmentally just societies.
• AI Short-Circuit Camp by Aufstände der Allmende: https://aufstaendederallmende.org/Retour ligne automatique
• Guide to organising against data centres: https://algorithmwatch.org/de/rechenzentren-ein-leitfaden/Retour ligne automatique
• Status of data centres worldwide: https://trackpolicy.org/Retour ligne automatique
• Construction of two data centres in the Frankfurt area prevented: https://archive.ph/82JfTRetour ligne automatique
• First signs of resistance against new chip factories in Dresden: https://iz-dresden.org/category/initiative-oekologie/Retour ligne automatique
• Overview of methods of resistance against ‘AI’: https://conference2023.eaamo.org/papers/EAAMO23_paper_154.pdfRetour ligne automatique
• Bärenstein citizens’ initiative against lithium mining: https://baerenstein.org/Retour ligne automatique
• Symposium on limiting mining, 4–6 September 2026: https://grueneliga.de/index.php/de/themen-projekte/lithium/1609-wieviel-bergbau-ertraegt-die-erde
From Cables to Nodes of ResistanceRetour ligne automatique
Through a series of discussions following on from the conference, we aim to help build the broadest possible social movement against Big Tech. From September onwards, we plan to hold a major monthly event focusing on: technology without extractivism, fundamental rejection of AI, resistance to data centres, generally conceivable and strategically sound forms of resistance, technological authoritarianism, and AI-enhanced militarisation. The discussion following each talk is intended to provide an opportunity to connect with invited groups that are already engaged in resistance or working towards a future without Big Tech.
https://www.noderesist.de/
Manifesto pdf (to be printed as A5-Booklet)Retour ligne automatique
Manifesto2.0 (DE): https://drive.proton.me/urls/50JZASSCQM#B9AbTvAv3wglRetour ligne automatique
Manifesto2.0 (EN): https://drive.proton.me/urls/N1BREF8ZKG#CcY9wcGTJLGb
