Die Banalität des Beamtentums – über die Razzia in der Anarchistischen Bibliothek Kalabalik und die Repressionswelle in Berlin
Am frühen Morgen des 24. März 2026 war es mal wieder soweit. Bei 17 Objekten in Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Kyritz knallten die Türen und ein Trupp Vermummter stürzte sich auf die Schlafenden oder – wie in unserem Fall – über Bücherregale und Zeitungsarchive. Anlass für das rabiate Weckkommando des Berliner LKA war diesmal ein Brandanschlag im vergangenen September auf die Stromversorgung des Technologieparks Adlershof, der einen weitreichenden Blackout zur Folge hatte. Die Cops suchen nach Beweisen, welche die Gehirnakrobatik der Ermittlungsgruppe Spannung endlich würdigen und ihre herbei halluzinierten Konstrukte untermauern sollen. Zumindest lässt sich nichts Anderes aus dem vorgelegten Durchsuchungsbeschluss ableiten, der von dem richterlichen Vollstrecker Jacob abgesegnet wurde. Unter den betroffenen Objekten befand sich neben dem Infoladen Scherer8, dem L5 Späti und mehreren Privatwohnungen, wie schon mehrmals in der Vergangenheit, die Anarchistische Bibliothek Kalabalik in Kreuzberg.
Alle guten Dinge sind drei?
Wir erinnern uns: 2018 waren die staatlichen Spürnasen schon einmal einem ganz großen Ding auf der Spur. Reggaemützen tragende Personen sollen Plakate mit einem Fahndungsaufruf geklebt haben, auf dem die verantwortlichen Politiker des G20 Gipfels 2017 in Hamburg und einige besonders eifrige Exemplare ihrer Schlägerbande abgebildet waren. Außerdem waren sie auf der Suche nach Plakaten mit Fotos von Zivibullen. Einzelnen Ausführungen davon konnten sie bei der Razzia zwar habhaft werden (schließlich hing eines in unserem Türfenster), zum Aufspüren der mysteriösen Plakatierer:innen und ihren Reggaemützen hat es, obwohl in dieser bedeutungsvollen Sache keine Mühe gescheut wurde, jedoch nicht gereicht. So endete dieses Verfahren dann auch bald mit einem Freispruch und Mensch munkelt, ob das plötzlich auftretende Reggae-Fever beim LKA, nicht etwa ein Resultat von exzessivem Bubatzkonsum aus der Asservatenkammer war. Wie dem auch sei, dorthin wurden dann auch die entwendeten Gegenstände wie PCs, Plakate etc. entführt, wo sie ausgewertet und dann ordnungsgemäß verwahrt wurden, bis sie zwei Jahre später ihren Weg zurück ins Kalabalik fanden. Das Glück sollte aber nur von kurzer Dauer sein. Denn der nächste Akt in diesem dramatischen Stück ließ nicht lange auf sich warten.
Im September 2020 standen die schwerbewaffneten Schergen erneut mit Rammbock auf der Matte oder – genauer gesagt – in der Bibliothek. Diesmal im Auftrag der Bundesanwaltschaft und ausgestattet mit dem Vorwurf, dass mehrere Personen, von denen manche sich manchmal dort aufhalten würden, 2016 eine kriminelle Vereinigung gegründet haben sollen. Von den Durchsuchungen erhoffte sich die Ordnungsmacht das Auffinden entsprechender Beweise. Neben dem Kalabalik waren 5 Wohnungen in Berlin und 2 weitere in Athen betroffen. Diesmal kam also das BKA zum Zuge und neben den neu angeschafften elektronischen Geräten, waren sie sich nicht zu blöde, die noch vom LKA verpackten Asservate der letzten Razzia gleich wieder mitzunehmen. Wir haben sie bis heute nicht wieder gesehen – geschenkt. Dieses Verfahren sollte in der Folge jedoch weit größere Kreise ziehen und die Betroffenen viele Jahre lang beschäftigen. Und trotzdem, nach umfangreichen Überwachungsmaßnahmen, abgehörten Telefonen, verwanzten Fahrzeugen, einem äußerst schwatzhaften Vergewaltiger- und Verräterschwein und tausenden Seiten Akten – nichts als heiße Luft. Auch wenn die Bemühungen der umtriebigen Ermittler:innen diesem Drama eine Wendung zu verpassen deutlich zu erkennen sind, wird auch diesmal, zumindest das Hirngespinst einer kriminellen Vereinigung, im Herbst 2025 ohne Anklage und Gerichtsverhandlung ad acta gelegt.
Im Wandel der Zeit
Obwohl nur wenige Jahre dazwischenliegen ist die Welt seit den letzten Durchsuchungen 2020 eine gänzlich andere geworden. Die Zeit des Covid-Ausnahmezustands haben der sozialen Kontrolle und der Digitalisierung massiv Vorschub geleistet und der darauf folgende Ukraine-Krieg hat selbst aus den letzten liberalen Pazifist:innen begeisterte Befürworter:innen von Aufrüstung und der Bundeswehr gemacht. Begriffe wie “Zeitenwende” und “Kriegstüchtigkeit” bestimmen den öffentlichen Diskurs und normalisieren Krieg als würden wir hierbei über einen Kindergeburtstag sprechen. Sondervermögen, Kriegswirtschaft und Wehrpflicht sind die logische Konsequenz daraus. Gleichzeitig spielt sich vor den Augen der Weltöffentlichkeit der andauernde Genozid in Gaza ab und Israel macht sich nicht einmal mehr die Mühe, ihren Vernichtungswillen gegenüber dem palästinensischem Volk zu verschleiern. Trumps USA steht dem in nichts nach und spielt mit seinem imperialistischen Gebaren wieder Weltpolizei à la 20. Jahrhundert und macht dabei keinen Hehl daraus, dass es ihnen eigentlich um Bodenschätze und Machtansprüche geht. Künstliche Intelligenz entscheidet über Leben und Tod, von den Schlachtfeldern der globalen Kriege bis auf die Straßen von Minneapolis und die Tech-Mogule von Tesla, Microsoft, Amazon, Google und Palantir sind allesamt mit von der Partie. Dass der (Ex-)ICE-Boss Bovino dabei in SS-Aufmachung posiert, ist dann höchstens noch eine Randnotiz wert. Im Schatten von Kulturkampf und anderen Nebenschauplätze formiert sich der moderne Tech-Faschismus in der gesamten westlichen Hemisphäre und die AFD verzeichnet bundesweit Wahlergebnisse von über 30%. Ungeachtet all dessen schreiten die ökologischen Katastrophen unaufhörlich voran und das System, welches diese verursacht, weiß keine bessere Antwort als dieselbe Scheiße in Grün.
All diese Entwicklungen sind derart eng getaktet und umfangreich, dass kaum Zeit zum Reagieren bleibt. Feuerwehrpolitik und Schadensbegrenzung allein sind keine angemessene Antwort darauf und wirken angesichts des alltäglichen Grauens wie ein zahnloser Tiger. Was es braucht, ist eine Umwälzung aller Verhältnisse. Viele stellen sich daher die Frage, wie unsere Kämpfe für Freiheit in dieser immer brutaler werdenden Welt aussehen können. Verschiedene Initiativen versuchen diesen Herausforderungen auf unterschiedlicher Art gerecht zu werden: manche erkennen die Notwendigkeit, sich zusammen zu organisieren und gemeinsam widerstandsfähig zu werden, um sich somit auf den drohenden ökologischen und gesellschaftlichen Kollaps vorzubereiten. Andere erkunden mögliche Antworten darin, das Funktionieren des Herrschaftsapparats zu unterbrechen und die Arbeit der Mächtigen nachhaltig zu stören und zu sabotieren. Wir sehen keinen Widerspruch in diesen und etlichen anderen Ansätzen und gehen davon aus, dass auch kommende Revolten noch eine Vielzahl an kreativen Antworten und uns unbekannte Vorstöße hervorbringen werden. Anzuerkennen, dass es innerhalb des Kapitalismus und dem staatlichen politischen System keine Lösungen für die Probleme und Krisen unserer Zeit gibt, macht uns aber noch lange nicht zu Primitivist:innen, wie das die Presse stets verlautbaren lässt. Dafür braucht mensch nicht einmal Anarchist:in zu sein. Das einzige was es braucht, sind offene Augen und ein offenes Herz. Dass dies bei den Sherlock Holmes im Staatsdienst nicht vorhanden ist, verwundert jedoch wenig.
Wir haben uns nie hinter unseren Ansichten versteckt und werden das auch angesichts der neusten Einschüchterungsversuche durch die Sicherheitsbehörden nicht tun. Auch lassen wir es uns nicht nehmen, die vorgeworfene Tat in ihrem gesellschaftlichen und sozialen Kontext zu sehen und über diese entgegen den Kategorien der bürgerlichen Justiz zu urteilen. Gemäß unseren eigenen Überzeugungen und Prinzipien, die sich am Wohlergehen aller Lebewesen orientieren und nicht an dem Gesetzbuch der Herrschenden. Und soviel steht fest: kein Mitleid für die Rüstungsfirmen und Technologiekonzerne dieser Welt, keine Träne für ihre Produktionsausfälle.
Der braune Sumpf
Sie mögen uns kriminell nennen, weil wir nicht nach ihren Spielregeln tanzen. Weil wir niemals akzeptieren werden, dass die einen das Recht haben über das Leben anderer zu entscheiden und weil wir es nicht verurteilen wenn Menschen das tun, was sie für nötig halten, um diesen Ungerechtigkeiten ein Ende zu setzen. In ihren Augen macht uns das verdächtig. Genauso wie es uns verdächtig macht, wenn wir Broschüren und Zeitungen verbreiten in denen die Verantwortlichen für Krieg und Umweltzerstörung benannt werden oder Bücher verleihen, die von Freiheit und Anarchie sprechen und herzergreifende Geschichten von Solidarität und Widerstand erzählen. Es macht uns verdächtig, wenn wir uns an die Seite der Unterdrückten und Gefangenen stellen, wenn wir von einer Welt ohne Staaten, Grenzen und Knäste träumen und wenn wir alles daran setzen diese Träume wahr werden zu lassen.
In all dem sehen wir die Gründe, weshalb uns die Cops in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen die Tür einrennen und ihre zwei- und vierbeinigen Geschöpfe (die einen weniger freiwillig als die andern) sich berufen fühlen in unseren Leben rum zu schnüffeln. Dass was uns und den vielen anderen Betroffenen am 24. März widerfahren ist, verstehen wir als Ausdruck eines immer autoritärer werdenden Staates, der zunehmend auf politischen Druck (von rechts außen) entscheidet und dementsprechend seine Gesetzgebung interpretiert. Nicht dass wir jemals in diesen Staat vertraut hätten, aber manches unterscheidet sich in Qualität und Quantität doch deutlich davon, was wir bisher kannten. Uns sind in der jüngeren Vergangenheit z.B. keine Verfahren bekannt, wo Wohnräume von Eltern gleich mit durchsucht und auch ihnen alle elektronischen Geräte abgenommen wurden. Auch ist es für den Berliner Kontext neu, dass in fast allen Fällen Handys, Laptops etc. nicht nur von den Beschuldigten, sondern auch von allen Mitbewohner:innen, unabhängig davon in welchem Verhältnis diese zu den Beschuldigten stehen, mitgenommen werden. Darüber hinaus gab es mehrere Durchsuchungsbeschlüsse gegen Drittbetroffene, die nicht als Verdächtige in dem Verfahren geführt werden, sondern in einem engen Kennverhältnis zu den Beschuldigten stehen sollen.
Es scheint als wären in dieser von langer Hand geplanten Operation, Medien, Politik und Bullen exakt aufeinander abgestimmt worden. Es wurde dafür gesorgt, dass die Pressekonferenzen eines wegen seines Verhaltens beim Januar-Blackout um Entschuldigung bettelnden Bürgermeisters, die Präsentation von Schadenssummen zum September-Blackout, die legale Einschränkung vom Presseinformationsfreiheitsgesetz (zum Schutz von kritischer Infrastruktur) und diese Welle an Hausdurchsuchungen gegen die angeblichen Saboteur:innen auf die selben drei Tage fallen – samt Live-Berichterstattung. Im Eifer des Gefechts haben jedoch so manche Schreiberlinge den Überblick verloren und Fakten über Verfahren als auch Personen wurden vertauscht, vermischt und falsch wiedergegeben. Auch ist offensichtlich, dass die Medien und die Politik bemüht sind, den Angriff auf den Technologiepark Adlershof mit den Sabotagen von Vulkangruppen in Verbindung zu bringen, um das Ganze aufzublasen und ein Bild zu vermitteln, dass sie diesem Phantom, dem sie seit 15 Jahre erfolglos hinterherjagen, auf der Fährte wären. In den Durchsuchungsbeschlüssen ist davon jedoch keine Rede und sowohl beim Kalabalik als auch dem Infoladen Scherer8 werden die Razzien lediglich damit begründet, dass Verdächtige an diesen Orten antimilitaristische Propaganda gedruckt oder verbreitet haben sollen. Spätestens hieran zeigt sich, dass es den Bullen schlicht darum geht anarchistische Projekte anzugreifen und zu durchleuchten.
Hinzu kommen einige Dinge welche sich im Zuge der Durchsuchungen ereignet haben, die wir ebenfalls für erwähnenswert halten. So waren im Falle des Kalabaliks, direkt zu Beginn der Razzia, noch während die Türen aufgeflext wurden und bevor die Fahrzeuge der Cops einen schwer zu durchblickenden Sichtschutz bildeten, Julian Reichelts lobotomisierte Hobby-Reichspropagandisten von NIUS anwesend. Die guten Kontakte anderer Schmierblätter zum Staatsschutz sind zwar weitläufig bekannt, diese waren zu Beginn der Ereignisse aber allesamt noch abwesend. Dass die Faschos in Uniform nun also bevorzugt den Faschos in Propagandafunktion, welche seit Monaten in Anti-Antifa-Manier Leuten auflauern, sie öffentlich diffamieren und an ihrem Wohnort belästigen, Informationen durchstechen, ist somit offiziell. In Anbetracht der Wortwahl des Bullengewerkschaftlers Benjamin Jendros, der seit Jahren von der gesamten Stadtpresse hofiert wird und in Goebbels-Sprech vom „Krebsgeschwür“ der Demokratie schwadroniert, verwundert das aber auch gar nicht so sehr. Um die Tatsache ergänzt, dass von den hunderten Büchern, die ihnen in der Bibliothek zur Auswahl standen, ausgerechnet Hanna Arendts Bericht über den Prozess gegen SS-Obersturmbannführer Eichmann und die Banalität des Bösen beschlagnahmt wurde, ergibt sich ein höchst fragwürdiges Bild. Was den Staatsschutz zu einer solchen Auswahl veranlasst hat, werden wir wahrscheinlich nie erfahren. Vielleicht ist die Antwort aber so einfach wie banal – sie haben nur ihre Pflicht getan und die Befehle von Oben ausgeführt – ein Schelm wer böses dabei denkt.
Darüber hinaus wurden dutzende Broschüren, meistens mit Inhalten über Repression, Flucht und Militanz sowie einzelne Ausgaben des Autonomen Blättchens und eine ziemlich zufällig wirkende Auswahl an Büchern mitgenommen, wie z.B. die Biografie von Assata Shakur, Detlef Hartmanns Kritik an Negri, Gabriel Kuhn über indigenen Widerstand in Sápmi, das Manifest der Freiheit und des Friedens und verschiedene Bücher mit dem vielsagenden Vermerk „Buch auf Griechisch“ (sic!). Warum sie auch noch in den Heizkeller des Hauses eingebrochen sind und auf dem Weg dorthin die Ramme und nicht einfach den aufgefundenen Schlüsselbund benutzt haben, ist wohl ebenfalls ein Geheimnis, das nur das beschränkte Hirn eines:einer Beamt:in verstehen kann.
Wir lassen uns nicht entmutigen
Alles in allem sind wir wohl auf und das hinterlassene Chaos ist weitestgehend beseitigt. Wir sind gerührt von der großen Solidarität und Unterstützung, die wir seit der Razzia erfahren haben, sowohl aus der Nachbarschaft als auch von den vielen helfenden Händen beim Aufräumen. Dies gibt uns Kraft und Mut weiter zu machen. Mit etwas Distanz wirkt die ganze Nummer der EG Spannung ohnehin wie blinder Aktionismus und ein schlechter Versuch Leute einzuschüchtern, Milieus zu isolieren und Anhand von Aktionsformen, die teils kontrovers diskutiert werden, zu spalten. All das scheint ihnen nicht gelungen zu sein, im Gegenteil, die meisten schenken der billigen Propaganda der Cops und ihren Hetzblättern kaum Bedeutung, sondern verlassen sich auf ihr eigenes Urteilsvermögen. Und nicht zuletzt wissen die Leute eben auch, dass nicht wir diejenigen sind, die Technologien entwickeln um Dissident:innen auszuspionieren, Waffen in Kriegsgebiete schicken, Geflüchtete im Mittelmeer ertrinken lassen oder Chemiefabriken bauen die den Planeten vergiften.
Liebe und Kraft gehen raus an:
alle anderen von den Razzien betroffenen Projekte und Menschen
Unsere Freund:innen und Gefährt:innen vom Ampelokipi Case, denen seit letzter Woche in Athen der Prozess gemacht wird!
Nanuk und alle anderen Antifas, die derzeit in Dresden und Düsseldorf vor Gericht stehen oder in Beugehaft sitzen!
Daniela, der nun eine weitere Anklage wegen Mitgliedschaft in der RAF droht!
Die ULM5, die eine Waffenfabrik von Elbit zerstört haben und in U-Haft auf ihren Prozess warten!
… und alle anderen Gefangenen, Verfolgten und Gefährt:innen auf der Flucht.
Mut und Glück!
Kalabalik
kalabalik.noblogs.org
Weitere Artikel zu den Durchsuchungen:
Über die Welle an Hausdurchsuchungen in Berlin und darüber hinaus
Statement zur Durchsuchung im Infoladen und im Hausprojekt Scherer 8, 24.03.2026
Eine Razzia am 24.3.2026 bei einer Erwerbsloseninitiative, warum denn das?
L5 Späti – Stellungnahme zur Razzia am 24. März in Berlin
About the raids at the anarchist library Kalabalik and the widespread wave of repression in Berlin
Early in the morning of March 24, 2026, the time had come once again. The doors of 17 buildings in Berlin, Hamburg, Düsseldorf, and Kyritz were kicked in by a squad of masked figures who descended upon the people sleeping there, or, as in our case, upon bookshelves and newspaper archives. Reason for the violent wake-up call by the Berlin LKA, this time, was an arson attack last September on the power supply to the Adlershof Technology Park, which resulted in a widespread blackout. They’re looking for evidence to finally prove all the mental acrobatics of the investigation team „Spannung“ [tension] to back up their hallucinated theories. This is at least what can be inferred from the search warrant presented, which was approved by enforcement judge Jacob. The places targeted were Infoladen Scherer8, L5 Späti, and several private apartments, and, as has happened several times in the past, the Anarchist Library Kalabalik in Kreuzberg.
All good things come in threes?
You might remember back in 2018 government snoops were already after something big. It was reported that folks wearing reggae hats had put up posters asking for help tracking down the politicians responsible for the 2017 G20 summit in Hamburg, as well as some of their particularly eager goons. They were also on the hunt for posters featuring photos of plainclothes cops. Although they managed to seize a few of these during the raid (after all, one was hanging in our door window), their efforts to track down the mysterious posterers and their reggae hats failed, despite sparing no effort in this superimportant matter. Thus, this investigation soon came to an end without fanfare, and people are wondering whether the sudden outbreak of reggae fever at the LKA could have been the result excessive consumption of weed from the evidence room. Be that as it may, this is where the stolen items such as computers, posters, and so on were taken, where they were examined and secured until they found their way back to the Kalabalik two years later. However, this good fortune was short-lived, as the next act of this drama was soon to unfold. Back in September 2020, those heavily armed guys showed up on our doorstep — or, more precisely, in the library — once again. This time, they were acting on behalf of the Bundesanwaltschaft [federal prosecution] claiming that a few folks, some of whom were known to hang out there, had allegedly formed a criminal organization back in 2016. The authorities hoped the searches would turn up some evidence. Besides Kalabalik, five apartments in Berlin and two more in Athens were affected. This time, the BKA [federal police] took the lead, and in addition to the newly acquired electronic devices, didn’t hesitate to take along the evidence from the last raid—which they found there still packed up by the LKA. As of today, we haven’t seen any of the stuff back – whatever.
This case, nonetheless, would go on to have far-reaching consequences and keep those involved occupied for many years. And yet, despite extensive surveillance measures, tapped phones, bugged vehicles, an extremely talkative rapist and traitor, and thousands of pages of files — it was all just hot air. Even though the efforts to give this drama a twist are clearly evident, this case was also shelved in the fall of 2025 without any charges or a trial. (should this last info stay or not? – lass es erstmal drin, ich klär das noch)
The changing times
Though only a few years have passed, the world has become a completely different place since the last searches in 2020. The Covid state of emergency has massively accelerated social control and digitalization, and the following war in Ukraine has turned even the last remaining liberal pacifists into enthusiastic supporters of military buildup and the Bundeswehr [German armend forces]. Terms like “Zeitenwende” and “Kriegstüchtigkeit” are dominating public discourse and normalizing war as if we were planning a birthday party. The logical consequences of this are Sondervermögen [seperate fonds of the state for militarisatin], war economy, and military conscription.
Meanwhile, the ongoing genocide in Gaza is unfolding before the eyes of the global public, and Israel no longer even bothers to conceal its intent to annihilate the Palestinian people. And Trump’s USA, with its imperialist behavior, has once again taken on the role of 20th-century-style world cop, leaving no doubt that its real motives are natural resources and the pursuit of power. Artificial intelligence determines life and death, from the battlefields to the streets of Minneapolis, and the tech moguls of Tesla, Microsoft, Amazon, Google, and Palantir are all in on it. The fact that (former) ICE boss Bovino is posing in SS attire is, at most, a side note. In the shadow of the Kulturkampf [culture war] and other side shows, modern tech fascism is taking shape across the entire western hemisphere, and the AfD is recording election results of over 30% nationwide. Regardless of all this, ecological disasters continue relentlessly, while the system that causes them has no better answer than the same shit in green.
All these developments are so tightly packed and far-reaching that there is barely any time to react. Running around and trying to put out all the fires and control the damage alone are not really the answer and, in the face of the daily horror, feel like a toothless tiger. What’s needed is the overthhrow of all conditions. That’s why many are asking themselves, what our struggles for liberation can look like in this increasingly brutal world. Different initiatives are attempting to address these challenges in various ways: some recognize the need to organize together to become resilient, to prepare for the looming ecological and social collapse. Others are exploring possible responses that involve disabling the workings of the apparatus of domination and permanently disrupting and sabotaging the work of the powerful.
We see no contradiction in these and countless other approaches, and we expect that future uprisings will also give rise to a number of different creative responses and initiatives we have yet to encounter. Recognizing that there are no solutions to the problems and crises of our time within capitalism and the state political system does not, however, make us “primitivists,” as the press is always quick to claim. You don’t even have to be an anarchist to see this. All you need are open eyes and an open heart. But it comes as little surprise that the Sherlock Holmeses serving in the state are lacking in both.
Our views have never been a secret, and we will not hide them now in the face of the latest intimidation attempts by the authorities. The raids, which were justified as part of an investigation into an act of sabotage, serve as an opportunity for us to place these events in a context that allows us to assess them outside the framework of bourgeois justice. Our own values and principles center around the well-being of all living beings, not the legal code of those in power. That’s why we’re clear on this: no sympathy for the world’s arms manufacturers and tech corporations, no tears for their lost profits.
The Brown Swamp
They may call us criminals because we don’t play by their rules. Because we will never accept that some people have the right to dictate the lives of others, and because we do not condemn people who do what they feel is necessary to put an end to these injustices. In their eyes, this makes us suspicious. Just as it makes us suspicious when we distribute pamphlets naming those responsible for war and the destruction of the environment, or lend out books inspired by the spirit of freedom and anarchy that tell us heartfelt stories of solidarity and resistance. We are suspicious because we stand with the oppressed and the imprisoned, and because we dream of a world without states, borders, or prisons, and do everything in our power to make those dreams come true.
We see all of this as the reason why the cops break down our door at more or less regular intervals, and why their two- and four-legged creatures (some less willingly than others) feel the need to snoop around in our lives. What happened to us and the many others affected on March 24, we see as an expression of an increasingly authoritarian state, where political pressure (from the far right) has a growing influence on how our enemies interpret their own laws, and where the door is wide open to arbitrariness. Not that we ever trusted this state, but some things do differ significantly in quality and quantity from what we have known so far. For example, we are not aware of any recent cases involving the search of parents’ flats as well as the seizure of all their electronic devices. It is also new to the Berlin context that, in almost all cases, cell phones, laptops, etc., are seized not only from the accused but also from all flatmates, regardless of their relationship to the accused. In addition, several search warrants were issued against people who are not listed as suspects in the proceedings but are said to have a „close relationship“ with the accused.
It seems as though the media, politicians, and the police were perfectly aligned in this long-planned operation. They made sure that the press conferences of a mayor begging for forgiveness for his conduct during the blackout in January, the presentation of the damage costs from the blackout in September, the legal restriction of the Freedom of Information Act (due to critical infrastructure), and this wave of house raids against alleged saboteurs all fell on the same three days — complete with live coverage. But in the heat of the moment, some journalists lost track of what was going on, and facts about proceedings and individuals were confused, and misrepresented. It is also clear that the media and politicians are trying to link the attack on the Adlershof Technology Park to acts of sabotage by the “Vulkangruppe“ in order to blow the whole thing out of proportion and create the impression that they are on the trail of this phantom they have been unsuccessfully chasing for 15 years. However, there is no mention of this in the search warrants, and in the cases of both Kalabalik and the Scherer8 info center, the raids are justified solely on the grounds that suspects are alleged to have printed or distributed anti-militarist propaganda at these locations. This alone makes it clear that the cops are simply out to attack and scrutinize anarchist projects.
There are also a few things that happened during the raids that we think are worth mentioning. In the case of Kalabalik, right at the beginning of the raid, while the doors were still being cut open and before the cops’ vehicles formed a barrier blocking the view, Julian Reichelt’s lobotomized amateur Reichspropagandists from the news-webside „NIUS“ were present. While it is widely known that other tabloid rags have close ties to the political police, none of them were present at the outset of these events. It is now official, then, that the fascists in uniform are leaking information primarily to the fascists in propaganda roles—who, for the past months, have been lying in wait for people in an anti-Antifa fashion, publicly defaming them, and harassing them at their homes. Given the choice of words by police „unionist“ Benjamin Jendros—who has been courted by the entire city press for years and rants in Goebbels-style rhetoric about the “cancerous tumor” of democracy—this comes as no great surprise. Add to this the fact that, of the hundreds of books available to them in the library, it was precisely Hanna Arendt’s account of the trial of SS-Obersturmbannführer Eichmann – „The Banality of Evil“ – that was confiscated, a highly questionable picture emerges. We will likely never know what prompted the State Security Service to make such a selection. Perhaps the answer is as simple as it is banal—they were merely doing their duty and carrying out orders from above—and it would be mischievous to suspect anything evil.
In addition, dozens of pamphlets—mostly dealing with repression, clandestinity and militancy—as well as individual issues of the „Autonomes Blättchen“ and a rather haphazard-looking selection of books were taken along, such as the biography of Assata Shakur, Detlef Hartmann’s critique of Negri, Gabriel Kuhn’s work on indigenous resistance in Sápmi, the Manifesto of Freedom and Peace, and various books bearing the telling note “Books in Greek” (sic!). Why they also broke into the building’s boiler room and used a battering ram on the way there instead of simply using the set of keys they found is likely another mystery that only the limited mind of a police officer can comprehend.
We will not be discouraged
Overall, we’re in good spirits, and the chaos left behind has been largely cleared up. We are moved by the tremendous solidarity and support we’ve received since the raid, both from the neighborhood and from many helping hands during the cleanup. This gives us the strength and courage to keep going. With a little distance, the whole „EG Spannung“ operation seems like nothing more than blind activism and a poor attempt to intimidate people, isolate communities, and divide them on the basis of types of action that are, in part, the subject of controversial debate. It seems they have not succeeded in any of this; on the contrary, most people hardly pay any attention to the cheap propaganda of the cops and their hate-mongering tabloids, but rely instead on their own judgment. After all, people know that we are not the ones developing technologies to spy on dissidents, sending weapons to war zones, letting refugees drown in the Mediterranean, or building chemical plants that poison the planet.
Sending love and strength to:
All other people and projects affected by the raids!
Our friends and comrades of Ampelokipi case, who are on trial since last week!
Nanuk and all Antifas who are on trial in Dresden and Düsseldorf or in coercive detention!
Daniela, who is now facing charges for being part of RAF!
The ULM5, who are awaiting trial for destroying the arms factory of Elbit!
… all other prisoners, persecuted and comrades on the run.
Courage and good luck to you!
