1. Decleration of the Anarchist Bund Leipzig / 1. Erklärung des Anarchistischen Bunds Leipzig

[DE] SELBSTERKLÄRUNG

anarchistischerbund[at]inventati.org / anarchistischerbund[punkt]noblogs.org

Wer wir sind:

Wir sind Anarchist*innen & Antiimperialist*innen aus Leipzig und darüber hinaus, die eine Gruppe gegründet haben um für unsere Selbstbefreiung zu kämpfen. Wir sind für die Anarchie und setzen uns für die Selbstorganisation der arbeitenden Klasse ein, ihren eigenen Weg zu gehen.

Wir Anarchist*innen stehen für die Befreiung aller unterdrückten Gruppen und Individuen. Deshalb nehmen wir eine klare Haltung gegen den staatlich angeordneten Zionismus ein und stehen für die palästinensische Selbstbefreiung und Selbstbestimmung. Wir verurteilen die Idee, dass die Freiheit und Sicherheit der einen Gruppe, die Freiheit der Anderen verneint. Nur der allumfassende und diverse Freiheitskampf, kann die Freiheit Aller erstreiten.

Eine Revolution kann keine Anführer oder Wortführer gebrauchen, sie kann sich nur aus dem kollektiven Willen der kämpfenden Massen formen. Wir stehen als Gleiche Seite an Seite mit allen Unterdrückten in ihrem Kampf für Würde und Selbstbestimmung.

Was wir wollen:

Wir wollen die Selbstbefreiung in unseren sozialen Kreisen, in unseren Nachbarschaften und an unseren Arbeitsplätzen vorantreiben und dabei unseren selbstorganisierten Kampf in die breite Öffentlichkeit tragen. So möchten wir am Aufbau einer Massenbewegung gegen den Staat und den Kapitalismus teilhaben – Eine Bewegung zur Selbstbefreiung des Proletariats.

Das sind große Ziele und klingt für Einige vielleicht utopisch. Im Angesicht der Zerstörung und Vernichtung der Freiheit und unserer Lebensgrundlagen durch die kriegstreibende Kapitalistenklasse, sehen wir aber keinen anderen Weg, als das ganze System umzustürzen. Es handelt sich um ein System, das nicht nur für die Menschheit versagt, sondern auch das meiste Leben auf diesem Planeten aktiv zerstört. Den Kampf für die Natur wollen wir aufgreifen und zwar als einen Antikapitalistischen, da nur die Bekämpfung des kapitalistischen Systems das Fortbestehen der Ökosysteme sichern wird, worauf unser aller Überleben gründet.

Wenn wir was verändern wollen, müssen wir irgendwo anfangen: Wir sind Teil der anarchistischen & antiautoritären Subkultur in Europa, deshalb sehen wir diese Szene als Startpunkt, um von dort unsere Ideen und Organisationsformen zu verbreiten. Wir halten es notwendig, eine Organisierung in Leipzig aufzubauen, die für Anarchismus im internationalistischen Sinn einsteht und darüber hinaus die Arbeiterklasse wieder in den Fokus nimmt. Im Gegensatz zur sogenannten „antiautoritären“ Szene, die einen liberalen Antifaschismus, elitären Moralismus und rassistischen Pro-Zionismus betreibt, glauben wir nicht, dass es in Leipzig eine staatsfeindliche Bewegung gibt und wollen daher unseren Teil zum Aufbau einer solchen Bewegung beitragen.

In diesem Kontext sehen wir uns gerade dazu fähig folgendes zu organisieren:

• Solidarität mit der Arbeiterklasse und ihrer Selbst-Organisierung; In dem wir unsere Freund*innen und Genoss*innen bei Problemen am Arbeitsplatz unterstützen, bei der Jobsuche zu helfen und Wissen über die Arbeitsrecht und Möglichkeiten des Widerstands gegen die Ausbeutung zu verbreiten. – Dabei sind wir bereit mit selbstorganisierten Arbeiter*innen Organisation zusammenzuarbeiten.
• Kontakte in unsere Nachbarschaft knüpfen und uns in die alltäglichen Probleme unserer Gemeinschaften involvieren: In dem wir unseren Nachbarn (gegenseitige) Hilfe anbieten, in unserer Nachbarschaft Präsenz zeigen und unsere sozialen Beziehungen stärken, was wir durch zugängliches Engagement in unsere Nachbarschaft erreichen können.
• Barabende, Soli Partys / Raves mit freien Eintritt und Küfas veranstalten (anständiges Essen kostenlos oder gegen eine kleine Spende). Also nicht kommerzielle Events anbieten, auf denen wir gemeinsam Zeit verbringen, Spaß haben und somit an der Gesellschaft teilnehmen können ohne ein Vermögen blechen zu müssen – Anderseits zum Spenden sammeln für laufende Kämpfe, Projekte oder Individuen die gerade Geld brauchen. Wir wollen dies durch freiwillige Arbeit und selbstorganisierte Events erreichen, in denen die Gemeinschaft für ein gemeinsames Ziel zusammenarbeitet.
• Demonstrationen, Vorträge und öffentliche Debatten organisieren – Um den anarchistischen Kampf in Leipzig zu stärken, wollen wir aktiv die anarchistische Szene mitgestalten; Wir wollen die existierende politische Landschaft in Leipzig in Richtung einer proletarischen und offenen Art der Organisierung verändern.
• Wir wollen an Demonstrationen und Events für die palästinensische Befreiung teilnehmen und eine anarchistische & solidarische Bewegung gegen Kolonialismus in Leipzig mitbegründen; Wir merken, dass Anarchismus häufig und auch gerade in Leipzig mit „Anti-Deutschen“ assoziiert wird. Das wollen wir ändern.

Wir sind gegen:

Wir verurteilen das auf die Universität fokussierte, dogmatische Elitendenken. Im Gegensatz dazu sehen wir uns in der Tradition der Arbeiter-Bewegung, dem Ursprung des Anarchismus. Wir weigern uns, am Akademiker-Aktivismus vieler selbsternannter „Anarchisten“ mitzuwirken, da sie nicht für die Selbstbefreiung kämpfen, sondern sich nur als moralisch Überlegen darstellen wollen.

Diese moralistische Selbstdarstellung lehnen wir ab. Sie führt nur zur Fetischisierung von Frauen, Jüd*innen, Queers, Migrant*innen, Arbeiter*innen etc. – Dies degradiert unsere Genoss*innen zu schlichten „Projekten“, die von heroischen Rich-Kids gerettet werden müssen. Diese Obejektifizierung führt nur in einen sinnlosen Konkurrenzkampf darüber, wer über die wenigsten oder die meisten Privilegien verfügt und erzeugt eine selbst auferlegte Opfermentalität. Wir hingegen wollen uns auf unsere gemeinsamen Ziele und verbindende Momente konzentrieren, indem wir die Selbstorgansierung der Unterdrückten stärken und uns nicht darüber zerstreiten, welche Gruppe von uns am meisten unterdrückt wird.

Wir stehen gegen Transphobie, Rassismus, Antisemitismus, Ableismus, Klassenhass von Oben und alle andere Arten von Bullshit. Unser Kampf gründet auf dem gemeinsamen Ziel, alle Formen der Unterdrückung zu überwinden. Dies erreichen wir nicht, indem wir unser Selbst verleugnen und uns einer vorgefertigten „Arbeiter“-Bewegung der Partei-Funktionäre zu unterwerfen oder uns obskuren Sekten anzuschließen. Wir brauchen keine Führer oder eine gemeinsame Partei-Linie, der wir folgen müssen. Die Befreiung der Arbeiter*innen, kann nur ihr eigenes Werk sein.

Komm nicht her zu uns, komm zu dir selbst und hinterfrag alles!

Freiheit für Marianna, Dimitra, Maja, Mumia Abu Jamal, Hanna und für alle Gefangenen!

Freiheit für Palestina, Kongo, Sudan, Kurdistan, Iran und für alle Unterdrückten dieser Erde!

Unterstützt Prosfygika, Hambi, Rigaer, Beschi, Zizania und alle Orte des Widerstands!

Sandra, Sandrone, Kyriakos, Georg von Rauch und alle Gefallenen, für immer bei uns!

Wir werden siegen!

[ENG] SELF-DECLERATION

anarchistischerbund[at]inventati.org / anarchistischerbund[dot]noblogs.org

What we are:

We are Anti-Authoritarians and Anti-Imperialists from Leipzig and beyond, forming a group to fight for our self-liberation. We stand for Anarchy and for the self organization of the working class to determine their own way forward.

We stand for the liberation of all oppressed groups and individuals. That is why we also take a vocal stance against state mandated zionism and support the palestinian self-liberation and self-determination. We denounce the idea, that the liberation or safety of one group denies the freedom of others, only a diverse and all-encompassing struggle can achieve liberation for all.
A revolution cannot have leaders or spokespeople, it can only form from the collective will of the people in arms. We stand side by side equally with all the oppressed in their struggle for dignity and self determination.

What we want:

We want to achieve self-liberation in our social circles, in our neighbourhoods, our workplaces and bring this self-organized struggle into the general public. With this we want to take a part in building a mass movement against capitalism and the state: a proletarian movement of self-liberation.

These are big aims and may seem utopian, but in light of the destruction and annihilation of liberty and our means to survive by the warmongering capitalist class, we see no other way but to abolish a system that is not only failing us humans, but is actively destroying most life on this planet. We want to uphold the struggle for nature as an anti-capitalist one, because fighting capitalism is the only way for nature to survive, which we depend on for own survival.

But to achieve great change, we have to start somewhere. As we are part of the anarchist and anti-authoritarian subculture in Europe, we see this scene as our starting point to advance our ideas and mode of organizing. We see the need for an organization in Leipzg that can stand up for Anarchy in an internationalist way and also centers the working class. Unlike most of the so-called „anti-authoritarian“ scene, that centers liberal anti-fascism, elitist moralism and racist pro-zionist positions, we believe there is no real anti-state movement in Leipzig and we want to be a part in establishing one.

In this context we see us currently capable of organizing the following:

• Working class solidarity and self organization, by helping our friends and comrades with workplace struggles, information sharing about workplaces and spreading knowledge about workers rights and means to resist exploitation – in this we are willing to work with any self-organized workers organization;
• Going out to the people of our neighbourhoods and involve ourselves in the daily struggles of our communities by offering mutual help to our neighbours, showing presence and strengthening social connection by engaging openly on the streets of our neighbourhoods;
• Organizing Bars, free-entrance Soli-Parties/Raves and Küfas (Quality food for free or for a small donation), to offer non-commercial events to hang out, have fun and participate in society without spending half of your paycheck, but also to gather donations for struggles, projects or individuals in need of money. We want to achieve this with voluntary work and self organized events, in which the community works together for a common goal;
• Organizing demonstrations, open lectures & debates and strengthening the anarchist struggle in Leipzig by actively participating in the anarchist scene. We are aiming to change the political landscape of Leipzig towards a more proletarian and inclusive way of organizing and approaching the public;
• We want to start an anarchist solidarity movement against colonialism and join demonstrations/events for palestinian liberation. We feel Anarchism is often associated with „Anti-Deutsche“, especially in Leipzig. We want to change that.

We are against:

We denounce the university centered and dogmatic elitism of many german anarchists. In contrast, we see ourselves in the tradition of the working class roots of the anarchist movements and refuse to participate in the upper class activism of many self described „anarchists“, that are not fighting for self-liberation, but only want to display their moral highground.

We reject this moralistic posturing that leads towards the fethishization of women, jews, queers, migrants, workers etc. – it degrades our comrades into mere „projects“ that need to be saved by some heroic rich kids. In the end this leads our movement into a blame game, about who has it the worst or is the most privileged, and builds up a self-imposed victim mentality. Instead of this arrogance, we want to center common goals and uniting moments, to strengthen the self-organization of the oppressed, not fighting about which group is more oppressed.

We fight against Transphobia, Racism, Antisemitism, Ableism and anti-working class sentiments and any other form of bullshit. This fight is centered in our common goal to overcome all forms of oppression, not in stepping back and bowing down to an engineered „proletarian“ movement of party officials and fringe cult leaders. We do not need any leaders or a common party line we have to follow, liberation can only be the work of the oppressed on their own accords.

Dont follow, go your own way and always question everything!

Freedom to Marianna, Dimitra, Maja, Mumia Abu Jamal, Hanna and towards all prisoners!

Free Palestine, Kongo, Sudan, Kurdistan, Iran and all oppressed people in the world!

Support Prosfygika, Hambi, Rigaer, Beschi, Zizania and all places of resistance!

Sandra, Sandrone, Kyriakos, Georg von Rauch and all people who died fighting, present with us!

We will win!