Einladung an Nachbarn verschickt – Weihnachtsbäume auf der Rigaer Straße abgefackelt
Friedrichshain – Feuerspektakel am Dienstagabend auf der Kreuzung Liebigstraße Ecke Rigaer Straße: Unbekannte haben mehrere ausrangierte Weihnachtsbäume auf die Kreuzung gezogen, aufgetürmt und dann um 23 Uhr – wie auf einem Zettel in den Briefkästen der Anwohner angekündigt – angezündet!
Die Nachbarn waren also vorbereitet. Als wäre es das Normalste der Welt, hatten die Zündler zum „Lagerfeuer“ eingeladen – obwohl die Straße von Autos befahren wird.
Nachbarn filmten, wie das Feuer auf der Kreuzung einige Minuten loderte. Rauch zog durch die Straßen. Um 23.20 Uhr kam die Feuerwehr, löschte und machte dem Spuk ein Ende.
Wer für das Feuer verantwortlich ist – unklar. Ein Bezug zur linksautonomen Hausbesetzerszene aus den Häusern der Rigaer Straße und der Liebigstraße gilt aber als wahrscheinlich.
Rigaer Straße ist „kriminalitätsbelasteter Ort“
Die Rigaer Straße wird von der Polizei immer noch als „kriminalitätsbelasteter Ort“ eingestuft. Im Jahr 2024 wurden hier 688 Straftaten registriert – fünf Jahre zuvor waren es noch knapp 1200.
Als Verursacher gilt die radikalisierte Hausbesetzerszene in dem Kiez. Für die Polizei bedeutet die Einstufung als kriminalitätsbelasteter Ort, dass sie beispielsweise anlasslose Kontrollen durchführen kann. Personen können ohne konkreten Verdacht durchsucht und ihre Identität festgestellt werden.
Im Fall der brennenden Weihnachtsbäume sieht die Polizei jedoch keinen Handlungs- oder Strafverfolgungsbedarf: „Die Feuerwehr hat den Brand gelöscht. Danach waren keine polizeilichen Maßnahmen mehr erforderlich“, wie ein Polizeisprecher am Donnerstag sagte. Personen seien nicht verletzt worden. Ein Ermittlungsverfahren – etwa gegen unbekannt – sei nicht eingeleitet worden.
https://www.bz-berlin.de/polizei/rigaer-strasse-weihnachtsbaeume
passiert am 27.01.2026

