Solidarität mit Daniela

Info Nr. 12 / 10. Juli 2024

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„Die Solidarität lässt für sie, so sagt Daniela, die Sonne aufgehen“
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Hallo,

wir möchten auf die folgende Veranstaltung am 12. Juli 2024 in Berlin hinweisen:
Podiumsdiskussion zur Geschichte des bewaffneten Antagonismus in der BRD
In Verbundenheit und Solidarität mit Daniela Klette und alle inhaftierten und untergetauchten Gefährt*innen.
“Man kann eine lebenden Menschen knechten und ihn auf den geschichtlichen Zustand einer Sache reduzieren. Doch wenn er stirbt und sich dagegen aufbäumt, hält er eine menschliche Natur hoch, die diesen Zustand verwirft. Deshalb wird der Angeklagte der Welt nur vorgeführt, wenn er gesteht, sein Tod sei gerecht und angemessen dem Reich der Sachen. Man muss ehrlos sterben oder nicht mehr sein, weder im Leben noch im Tod. In diesem Fall stirbt man nicht, man verschwindet.”
Albert Camus – Der Mensch in der Revolte
Die Zeiten werden rauer, ohne Zweifel, rechtspopulistische Parteien, mitsamt ihren mehr oder weniger offen faschistischen Flügeln, eilen von Wahlerfolg zu Wahlerfolg, das Festung Europa wird mit tödlichen pushbacks und outgesourcten Internierungslagern in Osteuropa und auf dem afrikanischen Kontinent verteidigt, die Nato findet sich nun im zweiten Jahr im Stellvertreterkrieg mit Russland wieder, die Infrastruktur und die ‘Zivilgesellschaft’ werden

‘kriegstauglich’ umgebaut. Von verpflichtenden Zwangsdiensten für Rentner bis zur Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht (in welcher Form auch immer gegendert) wird alles in den dominanten Diskurs geworfen, was der Markt hergibt.
Der Widerstand dagegen steht auf scheinbar verlorenem Posten, vor allem in diesem Land, in dem sich fast alles in symbolischen Events wie jüngst anlässlich des AfD Parteitages oder gar im Schulterschluss mit der herrschenden Klasse im “Wir sind mehr” verliert. Die wenigen handlungsfähigen, militanten Antifa Strukturen stehen unter repressiven Dauerfeuer, Dutzende von Gefährt*innen werden mit Ermittlungsverfahren und Hausdurchsuchungen überzogen, etliche sitzen im Knast oder mussten untertauchen. Der letzte Versuch, sich massenhaft gegen diesen repressiven Angriff anlässlich der Urteilsverkündungen im sogenannten Antifa-Ost-Verfahren zu stellen endete im Desaster und einem Bullenkessel und Ermittlungsverfahren im vierstelligen Bereich.
Das alles hat nichts und alles mit der Geschichte des bewaffneten Antagonismus, der Geschichte der Revolutionären Zellen, der Roten Zora, der Bewegung 2. Juni und der RAF zu tun. Deren Erfolge, Irrtümer und Niederlagen, die nur unzureichend und nicht ansatzweise kollektiv aufgearbeitet wurden, setzen bis heute auch den Rahmen, innerhalb dessen sich alle Diskussionen über eine revolutionären Antagonismus, wie bewusst oder unbewusst sie sich dessen auch sein mögen, bewegen und navigieren.
Wenn wir nun also zu der schon angekündigten Podiumsdiskussion am 12. Juni einladen, geht es uns um den geschichtlichen Kontext, in dem wir uns alle bewegen, egal auf welcher Ebene und mit welchen Mitteln wir an der Rekonstruktion einer grundsätzlichen, antagonistischen Tendenz arbeiten. Wir haben mit der Themenauswahl unserer Veranstaltungsreihe ‘Gezeiten der Revolte’ grob skizziert, in welchen Spannungsfeldern wir uns und unsere Ansätze und Vorschläge wiederfinden, insofern ergibt sich die Solidarität mit den ehemaligen Militanten der RAF ebenso wie die Solidarität mit dem militanten Antifas aus eben diesen gemeinsamen Bedingungen und Suchbewegungen, in den wir uns alle wiederfinden.
Podiumsdiskussion mit Karl Heinz Dellwo, Ralf Reinders, Lukas Theune (RA von Daniela Klette); Moderation Sebastian Lotzer – anschließend Soliparty
Freitag, 12. Juli 19:00 Uhr
Jockel Biergarten, Ratiborstr. 14c, Kreuzberg
Wir weisen darauf hin, dass Foto- und Videoaufnahmen auf der Veranstaltung NICHT ERWÜNSCHT SIND. Dies wird zur Not auch konsequent durchgesetzt.
Anmerkung:
Ariane von der Gruppe: Solidarität mit Daniela wird auch bei der Veranstaltung dabei sein und wird über die Soliarbeit und auch über die Situation von Daniela berichten. Ariane hatte am 10. Juli einen weiteren Knastbesuch bei Daniela gehabt.

Wir sind solidarisch mit Maja und veröffentlichen hier einen Bericht ihrer aktuellen Situation im ungarischen Knast vom 9.7.2024 (Quelle: www.political-prisoners.net):
Maja befindet sich seit Freitag dem 28.06. in einem Budapester Gefängnis. Anfangs saß Maja im selben Knast, in dem auch Ilaria einsaß und über fürchterliche Haftbedingen berichtete. Der Vater von Maja konnte sein Kind am letzten Mittwoch (03.07.) besuchen. Der Besuch war auf 15 Minuten begrenzt und musste mit Trennscheibe per Telefonhörer stattfinden. Außerdem durfte er Sachen für Maja abgeben: Ein Handtuch war zu groß und musste in der Mitte zerschnitten werden, Flüssigkeiten durften nicht übergeben werden und nur 4 Rollen Klopapier. Angeblich hat die Haftanstalt Maja ein Erstversorgungspaket zur Verfügung gestellt. Maja bekommt die Tage einige englische und deutsche Bücher und durfte wohl einige Bücher aus Dresden mitnehmen.
Momentan ist Maja von allen anderen Häftlingen isoliert, sitzt alleine in einer Zelle und hat nur 1 Stunde am Tag, ebenfalls alleine, Hofgang. Die Zelle wird zudem 24h am videoüberwacht und wenn Maja z.B. auf das Bett steigt, um am Fenster zu rauchen, wird Maja sofort angewiesen, herunterzukommen. Es herrsche ein militärischer Tonfall, Maja müsse das Bett immer ordentlich machen. Immerhin traue sich niemand, Maja anzufassen, und einmal am Tag komme eine Betreuerin zu Maja, mit der Maja reden könne.
Künftig dürfen nur registrierte Angehörige maximal zu viert zwei Mal im Monat für 60 Minuten zu Besuch kommen. Aktuell darf nur der Vater von einer registrierten Budapester Adresse Briefe an Maja schicken. Die Kommunikationsmöglichkeiten von Maja werden, wie die von Ilaria offenbar auch stark eingeschränkt sein.
Maja freut sich riesig von all der Unterstützung und Solidarität zu hören, ist so dankbar darüber und lässt ganz herzliche Grüße ausrichten.
https://www.basc.news/info-zur-aktuellen-situation-von-maja-in-ungarischer-haft/

Viele Grüße von der Gruppe: Solidarität mit Daniela

Kontakt: solidarisch-mit-daniela@t-online.de