Diskussion & Antifa-Tresen: Femizide stoppen!

Femizide stoppen!
Diskussion & Antifa-Tresen:
Sa. 18.06.2022 | 19:00 Uhr | Bunte Kuh (Bernkasteler Straße 78 / Weißensee)

Veranstalter:innen: North-East Antifascists [NEA]

Doors: 19:00 Uhr | Veranstaltung: 19:30 Uhr
Indoor-Veranstaltung | Kommt 2G+: geimpft oder genesen (+ Test)

Redner:innen:
Homa und Tajala Aufklärungsinitiative
https://homa-und-tajala.de

Netzwerk gegen Femizide
https://wirwollenunslebend.wixsite.com/netzwerkggnfeminizid/
https://www.instagram.com/netzwerkgegenfeminizide/

Nelson Mandela Kulturhaus e.V.
http://mandela-kulturhaus.org/

Gerechtigkeit für Zohra-Initiative
https://www.instagram.com/gerechtigkeitfuerzohra

Jeden dritten Tag ermordet ein Mann eine Frau, alle 72 Stunden ereignet sich ein Femizid. Oft handelt es sich bei den Tätern um die Partner und Ex-Partner der Frauen. Gemein ist allen Tätern, dass sie ein patriarchales Überlegenheits- und Besitzdenken teilen, durch das sie sich legitimiert fühlen über Frauen und ihr Leben zu entscheiden. Im extremsten Fall bedeutet es dass, die Täter sich herausnehmen über das Ende des Lebens der Frauen zu bestimmen, das heißt sie zu Ermorden.

Auch der Ex-Mann von Zohra Mohammad Gul fühlte sich dazu ermächtigt sie aus dem Leben zu reißen, als er sie Ende April in Pankow auf offener Straße tötete. Die Tat hat viele Menschen aufgewühlt. Wir wollen diese Wut und Fassungslosigkeit nicht versiegen lassen, sondern in solidarisches und gemeinsames Handeln verwandeln. Wir wollen Gerechtigkeit erkämpfen- und zwar für alle Schwestern!

Dafür braucht es den Austausch über Erfahrungen aus der Praxis, über politische Forderungen sowie persönliche und politische Sichtweisen auf Femizde. Wir organisieren darum für den 18. Juni ein kleines Podium mit Aktivist:innen aus Berlin, die seit mehreren Jahren gegen Femizide kämpfen.

– welchen Schwierigkeiten und Doppelbelastungen haben migrantisierte Frauen, wenn sie von patriarchaler Gewalt betroffen sind und sich daraus befreien wollen?

– An welchen Stellen „versagen“ hier staatliche Institutionen, wo sie eigentlich Schutz bieten müssten?

– Welche Forderungen formulieren wir?

– Welche Hilfe können wir aufbauen? Wie kann im Alltag besser gegen patriarchale Gewalt vorgegangen werden?

– Welche Form der politischen Arbeit (Öffentlichkeit, Angehörigenarbeit, Prozessbegleitung, Gedenken) brauchen wir?

Mit unserer Veranstaltung wollen wir für Menschen, die sich mit der wachsenden Bewegung gegen Femizide verbunden fühlen, aber selber noch keinen direkten Draht zu ihr aufbauen konnten, einen Rahem des Austausches schaffen. Wir wollen den Aktivitäten der Gruppen damit mehr Sichtbarkeit verschaffen und hoffen dadurch auch dazu beitragen zu können, dass sich bei Kundgebungen auf dem Widerstandsplatz, beim Revisionsprozess im Homa und Tajala-Fall oder bei Gedenkationen mehr Menschen anschließen.

zu den Redner:innen:

Homa und Tajala Aufklärungsinitiative
Die 38-jährige, aus Afghanistan geflohene Afghanin Homa Zaher und ihre Tochter Tajala wurden am 29.02.2020 in Marzahn ermordet. Die Initiative unterstützte früh die Angehörigen und kümmerte sich um die Realisierung eines Gedenksteins. Sie kritisierte kontinuierlich die halbherzigen Ermittlungen in diesem Mordfall und warf auch die Frage nach einem möglichen rassistischen Mordmotiv auf. Der Schwerpunkt der Initiative liegt aktuell vor allem auf der anstehenden Prozessbegleitung.

Gerechtigkeit für Zohra-Initia
Am 29. April 2022 wurde die sechsfache Mutter Zohra Mohammad Gul von ihrem Ex-Partner in der Nähe der Geflüchtetenunterkunft in der Pankower Mühlenstraße erstochen. Zuvor hatte sich Zohra von ihrem Partner getrennt, um dieser gewaltvollen Beziehung zu entkommen.
Die Initiative Gerechtigkeit für Zohra hält aktuell engen Kontakt zu den Angehörigen und organisiert regelmäßig Gedenken und Aktionen. Im Moment organisiert sie jeden Monat zum Todestag von Zohra ein Gedenken vor Ort. Die Initiative sagt, dass die Tat hätte verhindert werden können und sieht die Institution dafür in der Verantwortung.
Zohra hatte mehrfach auf die Gewallt die von Ihrem Ex- Partner ausging aufmerksam gemacht und keinerlei Hilfe bekommen, sodass Zohra und ihre Kinder keinen sicheren Wohnort erhielten.

Nelson Mandela Kulturhaus e.V.
Der Nelson Madela Kulturhaus e.V. verfolgt das Ziel Frauen auf ihrem Weg zur Unabhängigkeit zu begleiten, die afrikanische Kultur zu fördern und den weniger privilegierten Hoffnung zu geben. Der Verein kooperiert mit dem Survivors Network for women in Kumba (Region Südwesten in Kamerun). Vereinsgründerin Ali Mohamed Shama war selbst Opfer einer gewalttätigen Beziehung. Sie gibt in Kamerun Workshops, um Frauen beim Start in ihre Selbstständigkeit zu unterstützen und beteiligt sich regelmäßig an Aktionen des Netzwerks gegen Femizide. Wir freuen uns, dass Ali Mohamed Shama bei unserer Veranstaltung am 18. Juni dabei sein wird.

Netzwerk gegen Femizide
Das Netzwerk gegen Femizide ist ein internationalistisch ausgerichter Zusammenschluss feministischer Gruppen aus Berlin. Das Netzwerk beteiligent sich u.a. an der Vorbereitung des Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November und organisiert regelmäßig Aktionstage gegen Femizide auf dem Weddinger Nettelbeckplatz. Diesen, nach dem Kolonialisten Joachim Christian Nettelbeck benannten Ort, hat das Netzwerk gegen Femizide in Widerstandsplatz umbenannt.

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