Demo: Gedenken an die in Russland ermordeten Antifas
Der 19. Januar wurde zu einem denkwürdigen Datum für alle, die gegen den Faschismus in Russland, der Ukraine und anderen ehemaligen Sowjetrepubliken kämpfen. An diesem Tag im Jahr 2009 wurden unsere Genossen Stanislav Markelov und Anastasia Baburova im Zentrum von Moskau ermordet. Stanislav Markelov war Rechtsanwalt und Antifaschist, er war an aufsehenerregenden Gerichtsverfahren beteiligt. Stanislav wurde von russischen Sicherheitskräften und Nationalisten als Feind betrachtet. Anastasia Baburova war Journalistin, Antifaschistin und Anarchistin. Sie berichtete über soziale Proteste und Umweltaktionen und schrieb über Gewalt seitens der extremen Rechten, des Staates und der Sicherheitskräfte.
Wir gedenken Anastasia, Stanislav und anderer Antifaschist*innen, die in Russland durch die Hand von Rechtsextremen ums Leben gekommen sind: Timur Kacharava, Alexander Ryukhin, Ilya Borodaenko, Alexei Krylov, Fyodor Filatov, Ilya Dzhaparidze und Ivan Khutorskoy. Wir werden auch an ermordete Migranten wie Schamil Adamanow und Khursheda Soltonowa erinnern.
Der Beginn der 2000er Jahre war in Russland von einem Anstieg von Fremdenfeindlichkeit und rechtsextremer Gewalt geprägt. Neonazis begingen Hunderte von Morden, die oft unaufgeklärt blieben. Ihre Straffreiheit sowie die Gleichgültigkeit des russischen Staates und der Gesellschaft veranlassten viele junge Menschen, sich in antifaschistischen Gruppen zu organisieren, um sich gegen den Nazi-Terror zu wehren. So begann ein langwieriger Straßenkrieg, in dessen Verlauf Dutzende Antifaschisten gezielt von Neonazis ermordet wurden.
Heute erleben wir weltweit einen Anstieg nationalistischer und immigrantenfeindlicher Stimmungen. Kriege werden normalisiert. Genozid wird auch von den Westmächten toleriert. Die rechte Agenda wird Teil des politischen Establishments. Antifaschismus wird kriminalisiert, und die Repressionen gegen Linke und Umweltaktivisten nehmen zu. Das Großkapital stellt offen die Prinzipien der Demokratie und Gleichheit infrage. Konzernen, Oligarchen und Staaten sind bestrebt, die sozialen Errungenschaften der Arbeiter-, Frauen-, Antirassismus- und Queer-Bewegungen der Vergangenheit zurückzudrängen.
Genau deshalb ist es für alle Menschen mit progressiven und humanistischen Ansichten wichtiger denn je, sich zusammenzuschließen und den reaktionären Kräften organisierten Widerstand zu leisten.
Sicherheitsmaßnahmen
Ein Teil der Route verläuft entlang der Rigaer Straße, die von der Berliner Polizei als »Kriminalitätsbelasteter« Ort (KbO) eingestuft wird. Dies gibt der Polizei das Recht, Dokumente zu überprüfen und Personen zu durchsuchen, die sich verdächtig verhalten. Deswegen raten wir Genoss*innen ohne Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland von einer Teilnahme ab. Wir bitten außerdem darum, keine Gegenstände zur Demonstration mitzubringen, derer Besitz zu Problemen mit dem Gesetz führen könnte.
Kommt und verlasst die Aktion möglichst nicht alleine, um Angriffe und Provokationen zu vermeiden.
Symbolik
Der 19. Januar ist ein Tag des Gedenkens an die Opfer. Bitte lasst Symbole politischer Parteien und Organisationen sowie Nationalflaggen zu Hause.
Fotos und Videos
Das Fotografieren und Filmen sowie Streamen bei Kundgebungen und Demonstrationen sind nicht erwünscht. Es ist auch nicht erlaubt, Personen ohne deren vorherige Zustimmung zu filmen. Wenn ihr solches Verhalten bemerken, wendet ihr euch bitte an die Ordnungsgruppe (Personen mit Westen).
Awareness
Wir haben uns zum Ziel gesetzt, einen sicheren Raum zu schaffen, der frei von jeglicher Form von Diskriminierung und Belästigung ist. Wenn ihr solches Verhalten beobachtet oder selbst erlebt, wendet ihr euch bitte umgehend an die Personen mit Westen.
Kundgebung: 18:00, Silvio-Meier-Str
Demo Start: 19:00, Silvio-Meier-Str/Frankfurter Allee
Demo Ende: Schleidenplatz
